Lagebesprechung
Wo wir früher gern unterwegs waren: Breedevort, Nijmwegen, Winterswijk – auch Duisburg! Überwiegend Billigsangebote. Nailstudios. Dönerbuden. Keine guten Angebote mehr.
Es hat begonnen, als Victoria Nuland eine demokratische Wahl in der Ukraine mit Verachtung strafte. Sie erklärte offen: Die USA hätten fünf Milliarden Dollar in einen ukrainischen Staatschef ihrer Wahl investiert und seien nicht gewillt, Bedenken aus Kreisen der EU zu berücksichtigen. Es war die Offenbarung der Neokolonialpolitik Joe Bidens.
Diese Politik gipfelte in der Wegnahme der preiswerten Energie aus Russland. Es ging dabei nicht nur um die Sprengung von Gasleitungen. Die Ukraine mit ihren Rohstoffen und ihrer strategischen Bedeutung lockte als fette Beute an der Grenze Russlands – das nach Eingliederung der Ukraine ins westliche Bündnissystem zerschlagen und ausgebeutet werden konnte. So hofften Biden und das Pentagon.
Geführt von der transatlantischen Riesenmacht hoffte der ganze „Westen“ mit und schloss sich an. Es war amoralisch und abscheulich und politisch riskant.
Wir ewigen Fans der US-Softpower erkannten rasch die Gefahren. Bedeutende Analysten wie Miersheimer und Scholl-Latour warnten. Auch ich mit meiner so viel geringeren Reichweite habe die Entwicklung geahnt und dargestellt: „Wie man einen Krieg anfängt – wenn man einen braucht.“
Als Donald Trump seine Friedensversprechungen machte, haben wir aufgeatmet. Wieder einmal hatte das große transatlantische Vorbild zu sich selbst gefunden. So glaubten, so wollten wir glauben.
Tatsächlich ist der Westen“ und insbesondere Westeuropa ohne preiswerte Energie bankrott gegangen. In den Innenstädten ist es zu besichtigen. Jetzt wissen wir keinen Ausweg mehr außer der Eingliederung der Ukraine in unsere Sozial- und Verteidigungssysteme. Russland muss dafür dulden, dass wir „die Schlinge um Putins Hals immer enger ziehen“. Nur wenn der Kreml aufgibt, können wir unsere Militärmacht an allen seinen Grenzen massieren. Das ist als Vorstufe zur Wiedergewinnung unserer Bonität erforderlich.
Da „der Westen“ gewaltige Schulden auf die Zukunft gemacht hat und weiter machen will, darf Russland den Krieg nicht gewinnen. Gewinnt Russland den Krieg, ist der Westen pleite. So sieht es aus. Das ist die Lage.
Michael Molsner
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