Dienstag, 28. Juli 2026

Zum Tage

 

Schuld durch Schulden

 

Es gibt aktuell zwei Kriegsbündnisse. Beide werden geleitet von Regierungen, die hoch verschuldet sind. Aus eigener Kraft können sie ihre Handelsbilanzen nicht mehr ausgleichen. Die Schulden können nur noch durch Aufnahme weiterer Schulden bezahlt werden. Der Ausweg wird in der Ausweitung bereits begonnener Kriege gesucht.

Die ukrainische Regierung hat ihren laufenden Krieg ausgeweitet, indem sie ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer angegriffen und damit Teheran in den europäischen („unseren“) Krieg hineingezogen hat. Die israelische Regierung will den gesamten arabischen Raum in ihre Verfügungsgewalt bringen.

Beiden Kriegsbündnissen geht es um Rohstoffe, die den angegriffenen Staaten gehören und in Handelsverträgen zu teuer würden. Sie werden daher gewaltsam angeeignet – Beispiel Venezuela.

Es ist wenig bekannt,  dass wir Deutschen in beiden Kriegsallianzen aktiv engagiert sind. Die deutsche Regierung ist zweitgrößter Käufer und Verkäufer von israelischen Rüstungsgütern. Zugunsten der Ukraine sollen neue Schulden aufgenommen werden.

 

Michael Molsner

Montag, 27. Juli 2026

Mediale Ängstigung

 

Täter und Opfer

geschrieben am Sonntagvormittag 26.07.2026 

Als Gerichtsreporter habe ich gelernt, Täter und ihre Motive ernst zu nehmen. Sie waren bei der Beurteilung von Schuld  stets zu berücksichtigen. Das ist kein Gutmenschen-Gerede, sondern geht zurück auf die Tradition des besten deutschen Gerichtsjournalismus, auf Paul Schlesinger (Sling) und seine viel beachteten Reportagen in den zwanziger Jahren.

Vor hundert Jahren also ist die Tradition begründet worden, an die ich erinnern will – gerade jetzt.

Den ganzen Sonntagvormittag schon wird mir erzählt, wie abscheulich der Fahrer gehandelt hat, der seinen Wagen in einen Aufzug der Christopher-Street-Day-Leute (CSD) fuhr. Die Gelegenheit wird genutzt, um mir zu erklären, dass die Minderheit der Queeren den Inbegriff dessen darstelle, was die Mehrheit  unserer  Rechtsgemeinschaft zu akzeptieren habe. Das ist eine Unwahrheit. Wer in unserem Land lebt, muss sich danach richten, was im Grundgesetz steht (ich habe sämtliche Ausgaben, von der frühesten an.)

 Der wichtigste, nie zu verändernde Satz schützt die Würde des Menschen. Auch die Würde von Tätern. Es hat aber niemand die Frage aufgeworfen, was es für den Angehörigen einer gottesfürchtigen Kultur bedeutet, Straßendemonstrationen von Menschen mit ansehen zu sollen, die den Individualismus bis zum Anarchismus treiben.

Wohin Anarchismus führen und wozu er ver-führen kann, habe ich während der Endsechziger Jahre miterlebt. Nur das nicht noch einmal. Ich bin ein Linker, kein Anarchist. Nein, nicht jeder kann und soll für sich entscheiden, was die Mehrheit akzeptieren muss.

Die eitle Zurschaustellung queeren Selbstgenusses finde ich nicht angenehm. Ich schaue weg. Und das ist mein gutes, verbrieftes Recht – auch wenn es in den Kommentaren heute im Fernsehen als verfassungsfeindlich denunziert wurde. Ich bin kein Verfassungsfeind, wenn ich die Verfassung verteidige.

Kommentatoren wollen uns einreden, uns drohe eine Diktatur der Heterosexuellen. „CSD statt AFD“, so wird das politisiert und damit zur einem Werkteil von Parteipropaganda.

Die Öffentlich-Rechtlichen haben mir heute wieder einmal  Angst gemacht. Der Einzeltäter mag durchgedreht sein. Hochbezahlte Kommentatoren tun, was sie tun, in voller Absicht.

 

Michael Molsner

Samstag, 18. Juli 2026

Übereinstimmung

 

Erstaunliche Übereinstimmung


Vor zehn Jahren habe ich über eine Zürcher Theateraufführung geschrieben. Da ist die Rede vom Armageddon, dem Weltuntergang. „Steht irgendwo in der Bibel“, wird von der Hauptdarstellerin erläutert: „In der Offenbarung des Johannes. Da ist es der Berg Harmagedon, hebräisch mit H wie Heinrich und nur einem D wie Dora geschrieben.“

So bibelfest bin ich nicht“, gesteht der Erzähler des Romans.

Ich auch nicht“, antwortet sie. „Ich musste mir die Stelle heraussuchen lassen. Und sie intoniert mit Bühnenstimme:

Und der siebte Engel goß aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind – ein solches Erdbeben, so groß. Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein.“

In sachlichem Gesprächston fügte sie hinzu: „Das ist in Harmagedon geschehen, als drei Dämonengeister die Könige des Welt dazu drängten, sich zu einem Krieg gegen Gott zu verbünden.“

Quelle: TODESZONE. Die Galerie der Köpfe. Ein Thriller von mir:

Michael Molsner


Nun will ich ja nicht übertreiben, aber stimmt das nicht fast eins zu eins zu dem von uns miterlebten Geschehen?

Als Könige der Welt fühlen sich die Regenten Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreiches. Als Dämonengeister dürfen wir wohl die medialen Kriegstreiber bezeichnen. Sie alle wie auch die drei Könige bekennen sich mit Stolz zu nachhaltiger Gottferne.

Als Krieg gegen Gott dürfen wir den dringenden Aufruf verstehen, einen großen christlichen Nachbarstaat unter die Kontrolle unserer Rechtssysteme zu zwingen. Wie weit wir im Einsatz für heidnische Bräuche schon fortgeschritten sind, mag der glückhafte Stolz beweisen, mit dem wir alltäglich über die Schäden unterrichtet werden, die wir dem Christenstaat zufügen – in der Hoffnung, er möge sich bald von Gott abwenden, wie wir.

Gewissensfrage

 

Liebe - 

Mein Leben lang habe ich Nazi-Positionen bekämpft und nach dem Krieg mich sogar oft gegen sie behaupten und durchsetzen müssen. Das habe ich fast 50 Jahre lang am besten innerhalb der SPD tun können.

Zu meiner Bestürzung muss ich jetzt feststellen, dass die Führung der SPD die Politik wiederholt, die unter Führung Hitlers und Hindenburgs bereits zweimal gescheitert ist. Unsere Parteiführung bereitet wie diese unrühmlichen Vorgänger einen schuldenfinanzierten Krieg gegen Russland vor. Der Erfolg sollte damals und könnte wohl auch jetzt nur sein, die enormen Ressourcen des riesigen Staates im Osten (12 Zeitzonen!) unserer taumelnden Wirtschaft zuzuführen.

Dies ist keine Meinung, die ja auch falsch sein könnte. Was ich nenne, sind Tatsachen.

Michael Molsner

Donnerstag, 16. Juli 2026

Krieg als Normalzustand

 

THIS IS A FOREVER WAR IN THE MAKING

Dies ist ein endloser Krieg im Entstehen

New York Times heute 15. Juli 2026


Ich fasse zwei Beiträge der heutigen nyt zusammen. Die Originale habe ich auf meiner fb-Seite veröffentlicht, sie können dort nachgelesen werden.


Zitat 1: Man muss sich erinnern,dass die Vereinigten Staaten und Iran Krieg führen über ein Problem, das niemandem bewusst war, bevor die USA und Israel im Februar attackierten. Jede Seite behandelt die Aktionen des anderen als Beweis für Aggression und die eigene Eskalation als Abwehr. Keine Seite hat einen Weg zum Sieg. Aber jede fühlt sich gedrängt zu beweisen, dass sie mehr erdulden kann als die andere. Das ist die Logik eines endlosen Krieges: Jede Seite setzt Gewalt ein, um die Leidensfähigkeit der anderen zu testen. Der nächste Waffenstillstand wird nur die Pause vor der nächsten Schlacht sein. Krieg wird Verhandlungsmethode.


ALMOST HALF OF HOUSE DEMOCRATS VOTE TO END AID TO ISRAEL

Fast die Hälfte der demokratischen Abgeordneten im Kongress stimmen für den Antrag, die Hilfe für Israel zu beenden


Zitat 2: Das amerikanische Volk fleht uns an, die Subventionierung des israelischen Militärs mit amerikanischen Steuergeldern zu beenden. Selbstverteidigung kann nicht darin bestehen, mit Massenbombardements Häuser von Zivilisten zu zerstören.

Wir können Netanjahus Aktionen einfach nicht mehr hinnehmen, sie sind gegen unser moralisches Gewissen und gegen unsere nationalen Sicherheitsinteressen gerichtet.

Ein Bewerber für den Senat erklärt, er werde nicht länger Finanzhilfen von AIPAC annehmen, einer proisraelischen Lobbyistengruppe.


Michael Molsner: Diese Beiträge in meiner gewiss unvollkommenen Übersetzung und Zusammenfassung habe ich der New York Times entnommen. Eine Umfrage im Mai hatte ergeben, dass 74 Prozent der Wähler der Demokratischen Partei gegen weitere militärische und finanzielle Hilfe an Israel sind.



Freitag, 10. Juli 2026

Blinkzeichen

 

Blinkzeichen

Aus der Inneren Emigration

 

Als meine Frau und ich von München ins Allgäu umzogen, hatte die SPD im Bayerischen Landtag 71 Sitze. Die Zahl hat sich spiegelverkehrt gedreht, die SPD hat jetzt 17 Sitze. Damals hatten fast 35 % des Wählervolks für die „Roten“ gestimmt, jetzt noch 8,4%.

 (Quelle: Landeswahlleiter).

 

Sowohl meine Frau wie ich sind 68er und deshalb „links“, schon damals auch links von der SPD gewesen. Aber die Sozialdemokraten waren die einzige Partei, die im Allgäu tatsächlich wählbar war, falls wir überhaupt aktiv werden wollten – und das wollten wir.

Bisher waren wir zwar SPD-Wähler gewesen, doch aktiv hatten wir uns nicht um Einfluss bemüht. Hatten also keine praktische Erfahrung mit den Möglichkeiten einer  Parteimitgliedschaft. Praxis wollten wir nun erwerben und gingen mehr oder weniger selbstverständlich davon aus, dass es im Allgäu auch an der Zeit war.

Die alles beherrschende CSU wurde autoritär von oben nach unten gelenkt, meinten wir und dachten an Franz Joseph Strauß. Die SPD hingegen war eine Volkspartei und würde ohne Zweifel basisnah auf unsere Ortsvereine eingehen, jederzeit ein offenes Ohr für unsere Anliegen haben.

Zu unserem größten Erstaunen erwies sich, dass es genau umgekehrt war. CSU-Abgeordnete aller Ebenen erwiesen sich als nahbar. Bis hinauf zum Staatssekretär konnten wir sie telefonisch erreichen und von unseren Problemen vor Ort informieren.

SPD-Abgeordnete hingegen waren meist nur bereit, uns auf Dskussionen „nach den Ferien“ zu vertrösten, dann werde man sehen; im übrigen habe der Vorstand Papiere erarbeitet, sie gingen uns zu,

Resultat: Was immer wir für dringlich hielten, berichteten wir der CSU bis hinauf in den Landtag. Gewöhnlich setzten wir mit den Verantwortlichen vor Ort unsere wichtigsten Beschlüsse durch – soweit sie einleuchteten, andere schlugen wir nicht vor. Warum auch.

Der Niedergang unserer Partei hat damit begonnen, dass die Führungsgremien nur Gefolgschaft von uns Basisleuten erwarteten – unseren  Vorschlägen hingegen stets nur ein müdes Mal-sehen entgegenbrachten. Inzwischen ist es so,  dass Partei und Wählerschaft auch auf Bundesebene unterschiedliche Vorstellungen haben, wer die SPD sein soll.

In den Ländern spiegelt sich das im wachsenden Zweifel an der Fähigkeit der Parteiführung, Wählerwünsche überhaupt noch ernst zu nehmen.

Ganz unverständlich ist es nicht. Die Partei hat von jeher auf starke Führungspersönlichkeiten gesetzt und ihren Empfehlungen vertraut: Brandt und Schröder zuletzt.

Aber was ist, wenn die Führung schwach ist und immer schwächer wirkt, während die Probleme wachsen? Die SPD wurde geführt von Willy Brandt, 23 Jahre; Hans-Jochen Vogel, 4 Jahre; Gerhard Schröder, 5 Jahre; Franz Müntefering und Kurt Beck führten 1-2 Jahre; Sigmar Gabriel wieder länger, 8 Jahre; Martin Schulz, 1 Jahr; Andrea Nahles, 13 Monate; Walter-Borjans & S. Esken 2 Jahre; Lars Klingbeil & Saskia Esken seit 2021 bis Klingbeil & Bärbel Bas.

Von den neueren Parteiführern hat keine/r über die natürliche, sozusagen zugewachsene Autorität eines Brandt oder Schröder verfügt. Helmut Schmidt hat die Parteiführung an Müntefering abgegeben, aber war ein starker Kanzler, im Gegensatz zu Olaf Scholz, der nie Parteiführer war.

Wir sind, wie es scheint, auf einem Weg in den Abgrund.

Dass ich kommentarlos dieser offenbar gewollten Selbstabschaffung meiner Partei zusehe, kommt nicht in Frage. Daher sage ich offen, dass die Führung meiner Partei von uns an der Basis noch nie so weit entfernt war wie heute. Das ist gewollt! Ortsvereine werden nur noch selten zusammengerufen. Warum?, das Interesse ist gering, kaum jemand kommt, und das hat Gründe. Die jeweilige Tagesordnung sieht ein oder zwei Referate vor, in denen uns erläutert wird, was die zuständigen Gremien von uns erwarten. Der Tagesordnungspunkt Diskussion ist jeweils als Schluss vorgesehen – bis dahin ist es so spät geworden, dass die vor Langeweile noch nicht Eingeschlafenen nur noch heim wollen. Genug ist genug,

Die Schuld an der Selbstabschaffung wird der demografischen Entwicklung gegeben, den Vereinfachern im Landesinnern oder gar Influencern in Asien. Die eigene Führung geruht nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass eine große Mehrheit an der Basis  keinen dritten Krieg gegen Russland anfangen will.

Wir wollen das auch dann nicht, wenn eine allgegenwärtige Propaganda wahrheitswidrig behauptet, nicht wir wollten Krieg, sondern „Putin“. Das Gegenteil ist so vielfach erwiesen, dass es albern wäre, die Einzelheiten zu wiederholen. (The Eu, you know, fuck the EU, Jazenjuk is our man, we have invested 5 Billion to get him in power) – Victoria Nuland.)

Aber wir haben nichts zu sagen. Die Führung ignoriert uns. Wir sollen sterben – welches Ende sonst sollten wir vom Weltkrieg erwarten? – damit unsere Führung noch eine Weile weiterlebt.

Sie wirbt, wie die Regierung, um Vertrauen. Für wie dumm hält man uns? Ich war fast sechzig Jahre lang aktiv für eine Partei, die ich nie gewählt hätte, wenn sie uns Aufrüstung gegen „Putin“ versprochen hätte.

 

Michael Molsner