Donnerstag, 30. Juli 2026

Lagebesprechung

 

Lagebesprechung


Wo wir früher gern unterwegs waren: Breedevort, Nijmwegen, Winterswijk – auch Duisburg! Überwiegend Billigsangebote. Nailstudios. Dönerbuden. Keine guten Angebote mehr.

Es hat begonnen, als Victoria Nuland eine demokratische Wahl in der Ukraine mit Verachtung strafte. Sie erklärte offen: Die USA hätten fünf Milliarden Dollar in einen ukrainischen Staatschef ihrer Wahl investiert und seien nicht gewillt, Bedenken aus Kreisen der EU zu berücksichtigen. Es war die Offenbarung der Neokolonialpolitik Joe Bidens.

Diese Politik gipfelte in der Wegnahme der preiswerten Energie aus Russland. Es ging dabei nicht nur um die Sprengung von Gasleitungen. Die Ukraine mit ihren Rohstoffen und ihrer strategischen Bedeutung lockte als fette Beute an der Grenze Russlands – das nach Eingliederung der Ukraine ins westliche Bündnissystem zerschlagen und ausgebeutet werden konnte. So hofften Biden und das Pentagon.

Geführt von der transatlantischen Riesenmacht hoffte der ganze „Westen“ mit und schloss sich an. Es war amoralisch und abscheulich und politisch riskant.

Wir ewigen Fans der US-Softpower erkannten rasch die Gefahren. Bedeutende Analysten wie Miersheimer und Scholl-Latour warnten. Auch ich mit meiner so viel geringeren Reichweite habe die Entwicklung geahnt und dargestellt: „Wie man einen Krieg anfängt – wenn man einen braucht.“

Als Donald Trump seine Friedensversprechungen machte, haben wir aufgeatmet. Wieder einmal hatte das große transatlantische Vorbild zu sich selbst gefunden. So glaubten, so wollten wir glauben.

Tatsächlich ist der Westen“ und insbesondere Westeuropa ohne preiswerte Energie bankrott gegangen. In den Innenstädten ist es zu besichtigen. Jetzt wissen wir keinen Ausweg mehr außer der Eingliederung der Ukraine in unsere Sozial- und Verteidigungssysteme. Russland muss dafür dulden, dass wir „die Schlinge um Putins Hals immer enger ziehen“. Nur wenn der Kreml aufgibt, können wir unsere Militärmacht an allen seinen Grenzen massieren. Das ist als Vorstufe zur Wiedergewinnung unserer Bonität erforderlich.

Da „der Westen“ gewaltige Schulden auf die Zukunft gemacht hat und weiter machen will, darf Russland den Krieg nicht gewinnen. Gewinnt Russland den Krieg, ist der Westen pleite. So sieht es aus. Das ist die Lage.


Michael Molsner

Mittwoch, 29. Juli 2026

Segen gegen Pluto

 

Segen von oben


Adam Weishaupt: Über die Staatsausgaben und Auflagen. 1817, S. 69:↵

Dadurch, daß einige zu reich werden, indem der größere Theil verarmt, entsteht eine Plutocratie oder Herrschaft der Reichen, welche die Aermern nöthigt sich den Reichen in die Arme zu werfen, um bei diesen ihren Unterhalt zu suchen. Dieß und keine andere, ist die Ursache aller großen Revolutionen; und man kann mit Recht behaupten, jeder Machtwechsel sei die Folge eines vorhergegangenen Geld- oder Güterwechsels.“

Wie will ich mich verhalten, wenn ich annehmen muss, dass ich in einer Plutokratie lebe? Ich denke an Esther (Etty) Hillesum aus Deventer. Sie war entschlossen, ihre Persönlichkeit nicht preiszugeben. In ihr Tagebuch schrieb sie: "Gott soll immer eine sichere Wohnung bei mir haben." Sie stellte ihre Persönlichkeit (Seele) unter göttlichen Schutz.

Was sie an Tagebüchern und Briefen Freundinnen anvertraut hatte, bevor sie "auf Tansport" nach Auschwitz geschickt wurde, konnte gerettet werden. Aber sogar "auf Transport" hat sie noch Aufzeichnungen gekritzelt. Und aus dem Zug nach Auschwitz geworfen. Bevor sie zur Ermordung ins Gas geschickt wurde, hat sie sogar aus Auschwitz Nachricht geschickt. Dass von all diesem Material soviel gerettet werden konnte, halte ich nicht für einen Zufall. Sie ist gesegnet, glaube ich. Spricht nicht Thomas Mann vom Geschenk des Segens von oben?

Das ist mir eingefallen.

Sie wollte Zeugnis ablegen.

Das ist meiner Frau eingefallen

Michael Molsner

Dienstag, 28. Juli 2026

Zum Tage

 

Schuld durch Schulden

 

Es gibt aktuell zwei Kriegsbündnisse. Beide werden geleitet von Regierungen, die hoch verschuldet sind. Aus eigener Kraft können sie ihre Handelsbilanzen nicht mehr ausgleichen. Die Schulden können nur noch durch Aufnahme weiterer Schulden bezahlt werden. Der Ausweg wird in der Ausweitung bereits begonnener Kriege gesucht.

Die ukrainische Regierung hat ihren laufenden Krieg ausgeweitet, indem sie ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer angegriffen und damit Teheran in den europäischen („unseren“) Krieg hineingezogen hat. Die israelische Regierung will den gesamten arabischen Raum in ihre Verfügungsgewalt bringen.

Beiden Kriegsbündnissen geht es um Rohstoffe, die den angegriffenen Staaten gehören und in Handelsverträgen zu teuer würden. Sie werden daher gewaltsam angeeignet – Beispiel Venezuela.

Es ist wenig bekannt,  dass wir Deutschen in beiden Kriegsallianzen aktiv engagiert sind. Die deutsche Regierung ist zweitgrößter Käufer und Verkäufer von israelischen Rüstungsgütern. Zugunsten der Ukraine sollen neue Schulden aufgenommen werden.

 

Michael Molsner

Montag, 27. Juli 2026

Mediale Ängstigung

 

Täter und Opfer

geschrieben am Sonntagvormittag 26.07.2026 

Als Gerichtsreporter habe ich gelernt, Täter und ihre Motive ernst zu nehmen. Sie waren bei der Beurteilung von Schuld  stets zu berücksichtigen. Das ist kein Gutmenschen-Gerede, sondern geht zurück auf die Tradition des besten deutschen Gerichtsjournalismus, auf Paul Schlesinger (Sling) und seine viel beachteten Reportagen in den zwanziger Jahren.

Vor hundert Jahren also ist die Tradition begründet worden, an die ich erinnern will – gerade jetzt.

Den ganzen Sonntagvormittag schon wird mir erzählt, wie abscheulich der Fahrer gehandelt hat, der seinen Wagen in einen Aufzug der Christopher-Street-Day-Leute (CSD) fuhr. Die Gelegenheit wird genutzt, um mir zu erklären, dass die Minderheit der Queeren den Inbegriff dessen darstelle, was die Mehrheit  unserer  Rechtsgemeinschaft zu akzeptieren habe. Das ist eine Unwahrheit. Wer in unserem Land lebt, muss sich danach richten, was im Grundgesetz steht (ich habe sämtliche Ausgaben, von der frühesten an.)

 Der wichtigste, nie zu verändernde Satz schützt die Würde des Menschen. Auch die Würde von Tätern. Es hat aber niemand die Frage aufgeworfen, was es für den Angehörigen einer gottesfürchtigen Kultur bedeutet, Straßendemonstrationen von Menschen mit ansehen zu sollen, die den Individualismus bis zum Anarchismus treiben.

Wohin Anarchismus führen und wozu er ver-führen kann, habe ich während der Endsechziger Jahre miterlebt. Nur das nicht noch einmal. Ich bin ein Linker, kein Anarchist. Nein, nicht jeder kann und soll für sich entscheiden, was die Mehrheit akzeptieren muss.

Die eitle Zurschaustellung queeren Selbstgenusses finde ich nicht angenehm. Ich schaue weg. Und das ist mein gutes, verbrieftes Recht – auch wenn es in den Kommentaren heute im Fernsehen als verfassungsfeindlich denunziert wurde. Ich bin kein Verfassungsfeind, wenn ich die Verfassung verteidige.

Kommentatoren wollen uns einreden, uns drohe eine Diktatur der Heterosexuellen. „CSD statt AFD“, so wird das politisiert und damit zur einem Werkteil von Parteipropaganda.

Die Öffentlich-Rechtlichen haben mir heute wieder einmal  Angst gemacht. Der Einzeltäter mag durchgedreht sein. Hochbezahlte Kommentatoren tun, was sie tun, in voller Absicht.

 

Michael Molsner

Samstag, 18. Juli 2026

Übereinstimmung

 

Erstaunliche Übereinstimmung


Vor zehn Jahren habe ich über eine Zürcher Theateraufführung geschrieben. Da ist die Rede vom Armageddon, dem Weltuntergang. „Steht irgendwo in der Bibel“, wird von der Hauptdarstellerin erläutert: „In der Offenbarung des Johannes. Da ist es der Berg Harmagedon, hebräisch mit H wie Heinrich und nur einem D wie Dora geschrieben.“

So bibelfest bin ich nicht“, gesteht der Erzähler des Romans.

Ich auch nicht“, antwortet sie. „Ich musste mir die Stelle heraussuchen lassen. Und sie intoniert mit Bühnenstimme:

Und der siebte Engel goß aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind – ein solches Erdbeben, so groß. Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein.“

In sachlichem Gesprächston fügte sie hinzu: „Das ist in Harmagedon geschehen, als drei Dämonengeister die Könige des Welt dazu drängten, sich zu einem Krieg gegen Gott zu verbünden.“

Quelle: TODESZONE. Die Galerie der Köpfe. Ein Thriller von mir:

Michael Molsner


Nun will ich ja nicht übertreiben, aber stimmt das nicht fast eins zu eins zu dem von uns miterlebten Geschehen?

Als Könige der Welt fühlen sich die Regenten Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreiches. Als Dämonengeister dürfen wir wohl die medialen Kriegstreiber bezeichnen. Sie alle wie auch die drei Könige bekennen sich mit Stolz zu nachhaltiger Gottferne.

Als Krieg gegen Gott dürfen wir den dringenden Aufruf verstehen, einen großen christlichen Nachbarstaat unter die Kontrolle unserer Rechtssysteme zu zwingen. Wie weit wir im Einsatz für heidnische Bräuche schon fortgeschritten sind, mag der glückhafte Stolz beweisen, mit dem wir alltäglich über die Schäden unterrichtet werden, die wir dem Christenstaat zufügen – in der Hoffnung, er möge sich bald von Gott abwenden, wie wir.

Gewissensfrage

 

Liebe - 

Mein Leben lang habe ich Nazi-Positionen bekämpft und nach dem Krieg mich sogar oft gegen sie behaupten und durchsetzen müssen. Das habe ich fast 50 Jahre lang am besten innerhalb der SPD tun können.

Zu meiner Bestürzung muss ich jetzt feststellen, dass die Führung der SPD die Politik wiederholt, die unter Führung Hitlers und Hindenburgs bereits zweimal gescheitert ist. Unsere Parteiführung bereitet wie diese unrühmlichen Vorgänger einen schuldenfinanzierten Krieg gegen Russland vor. Der Erfolg sollte damals und könnte wohl auch jetzt nur sein, die enormen Ressourcen des riesigen Staates im Osten (12 Zeitzonen!) unserer taumelnden Wirtschaft zuzuführen.

Dies ist keine Meinung, die ja auch falsch sein könnte. Was ich nenne, sind Tatsachen.

Michael Molsner

Donnerstag, 16. Juli 2026

Krieg als Normalzustand

 

THIS IS A FOREVER WAR IN THE MAKING

Dies ist ein endloser Krieg im Entstehen

New York Times heute 15. Juli 2026


Ich fasse zwei Beiträge der heutigen nyt zusammen. Die Originale habe ich auf meiner fb-Seite veröffentlicht, sie können dort nachgelesen werden.


Zitat 1: Man muss sich erinnern,dass die Vereinigten Staaten und Iran Krieg führen über ein Problem, das niemandem bewusst war, bevor die USA und Israel im Februar attackierten. Jede Seite behandelt die Aktionen des anderen als Beweis für Aggression und die eigene Eskalation als Abwehr. Keine Seite hat einen Weg zum Sieg. Aber jede fühlt sich gedrängt zu beweisen, dass sie mehr erdulden kann als die andere. Das ist die Logik eines endlosen Krieges: Jede Seite setzt Gewalt ein, um die Leidensfähigkeit der anderen zu testen. Der nächste Waffenstillstand wird nur die Pause vor der nächsten Schlacht sein. Krieg wird Verhandlungsmethode.


ALMOST HALF OF HOUSE DEMOCRATS VOTE TO END AID TO ISRAEL

Fast die Hälfte der demokratischen Abgeordneten im Kongress stimmen für den Antrag, die Hilfe für Israel zu beenden


Zitat 2: Das amerikanische Volk fleht uns an, die Subventionierung des israelischen Militärs mit amerikanischen Steuergeldern zu beenden. Selbstverteidigung kann nicht darin bestehen, mit Massenbombardements Häuser von Zivilisten zu zerstören.

Wir können Netanjahus Aktionen einfach nicht mehr hinnehmen, sie sind gegen unser moralisches Gewissen und gegen unsere nationalen Sicherheitsinteressen gerichtet.

Ein Bewerber für den Senat erklärt, er werde nicht länger Finanzhilfen von AIPAC annehmen, einer proisraelischen Lobbyistengruppe.


Michael Molsner: Diese Beiträge in meiner gewiss unvollkommenen Übersetzung und Zusammenfassung habe ich der New York Times entnommen. Eine Umfrage im Mai hatte ergeben, dass 74 Prozent der Wähler der Demokratischen Partei gegen weitere militärische und finanzielle Hilfe an Israel sind.