Mittwoch, 3. Juni 2020

Strafrede


Ich würde gerne einmal zusammenschreiben, weshalb ich Donald Trump bekämpfen soll - und das, obgleich ich keinerlei Einfluss auf die Präsidentenwahlen in USA nehmen kann.

Sicher ist Trump vorzuwerfen, dass er noch keinen Krieg geführt hat. Da war Obama doch ein anderer Kerl, er führte Krieg in sieben Staaten. Speziell in Afghanistan zeigte er den Terroristen, wo der Hammer hängt, und steigerte die Truppenzahl auf 50 000 (der surge!). Hat zwar nicht geklappt, aber jedenfalls, die Geste war eindrucksvoll!
Dann seine Administration. Die Außenministerin lachte hell auf, als sie den Lynchmord an Gadafi erwähnte. Falls man sie zur Präsidentin wähle, versprach sie die Zerstörung der syrischen Infrastruktur, um Assad zu demonstrieren, wem er zu parieren habe, jedenfalls nicht dem Russki. Trump hingegen schickte nur ein einziges Mal Cruise Missiles – und es gab nicht mal Tote, nur Trümmer.
Dann diese abwegige Neigung Trumps, Russland als Partner sehen zu wollen! War er mit Putin im Bett?, die Frage ist in USA gestellt worden, von stand-up-comedieans, man macht ja mal einen Scherz.
Und die Frauenfeindlichkeit! Trump hat vor dreißig Jahren in privatem Kreis erklärt, dass Macht sexy mache. Das hat zwar auch schon Henry Kissinger gesagt, aber er hat sich auch sonst als ganzer Kerl erwiesen: Chile, Irak! Allende, Saddam!
Trump hingegen will raus aus Afghanistan, aus Syrien, womöglich aus dem Irak: ein Trauerspiel. Es begünstigt den chinesischen Diktator. Obama hatte es besser gewusst und einen pivot to china angekündigt. Es wurde nichts draus, aber das war noch etwas!
Weit ist es seither gekommen mit dem land of the brave and the home of the free. Man mag gar nicht mehr fortfahren und die übelste Schote am liebsten vergessen: Trumps Homophobie - arglistig versteckt hinter der musikalischen Untermalung seiner Versammlungen: Drei Nummern von Elton John zur Einstimmung! Einstimmung? Irreführung! Aber das schafft er nicht. Er schafft es nicht. Meine Stimme bekommt er nicht im November! Selbst wenn ich einen zweiten Pass in der Schublade hätte, der mir die Bürgerrechte auch in USA garantiert, würde ich Trump nicht wählen!
Als Literat bin ich ein Mann des Wortes, und Trumps Sprache ist so gewöhnlich, dass die Menschen in den fly-over-states ihn verstehen: populistisch drückt er sich aus. Das ist mein Duktus  nicht! Ich liebe das gepflegte Englisch, in dem Hilary Clinton formulierte, die Menschen im Mittleren Westen steckten im basket of deplorables fest und könnten im Wahlkampf übergangen werden.
Anstatt nun naiv zu vermuten, dass die Deplorablen das übel nehmen konnten, neigen wir zu der Auffassung, dass Trumps Schmusebär Putin den Wahlverlust der Kandidatin verursacht haben muss. Es geht hier um Wahrscheinlichkeiten! Hilary hatte 1,2 Milliarden Dollar für ihren Wahlkampf ausgegeben, da konnte sie gar nicht verlieren! Wir verstehen es nicht oder nur im Zusammenhang mit dem Einfluss des Kreml und seiner Trolls.
„You are my sunshine, My only sunshine, you make me happy, when skies are grey!“ So die Staatshymne ihres heimischen Arkansas. MAN HAT UNS UNSEREN SONNENSCHEIN WEGGENOMMEN! Ach was: gestohlen!
Eine vergleichbare Furchtbarkeit erleben wir im aktuellen Wahlkampf. Donald Trump hat Gewaltexzesse am Rand von Demonstrationen der Antifa zur Last gelegt und angekündigt, er werde sie auf die Liste der Terrororganisationen setzen lassen.
Wie man mit den Aktivisten der Antifa richtiger umgeht, hat ein Spitzenmnn meiner Partei, Olaf Scholz, vorbildlich demonstriert. In Hamburg beim G20-Gipfel brannten Arbeiterautos und Arbeiterwohnungen, Polizisten landeten im Krankenhaus.  Von den Tätern ist keiner bestraft worden. Die Opfer halfen sich selbst. So macht man das Mister Trump, du wiedergeborener Dschingis Khan!
Olaf Scholz hat zu mäßigen gewusst. Und du, Trump, schickst Militär! Pfui, pfui und nochmals pfui.





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