Samstag, 28. September 2019

Gerhard Schröder im Fokus



Der zweite Irak-Krieg hat die Dekonstruktion des Nahen Ostens eingleitet. Die von der Koalition der Willigen versprochene Rekonstruktion ist suboptimal verlaufen. Mit all den Konsequenzen für unsere Innenpolitik, die wir kennen. Im Irak entwickelte sich der IS, bei uns die AfD. Schröders staatsmännische Voraussicht wird dennoch nicht honoriert - manche meinen, sein Machismo wirke allzu unsympathisch.
Doch Machismo ist Guido Westerwelle nicht vorzuhalten, und auch er ist von unseren Medien wüst beschimpft worden, weil er sich der Attacke auf Libyen nicht angeschlossen hat. Ebenfalls eine weise staatsmännische Voraussicht verheerender innenpolitischer Folgen.
Es bleibt dabei, wer sich der Kriegsindustrie nicht "willig" fügt, wird zum Opfer verrohter westlicher Medienpropaganda. Das alles ist von allergößter und übelster Wirkung auf unsere gesamte Innenpolitik. Es droht nun ein Krieg im Herzen der abendländischen Kultur, die um das Mittelmeer gruppiert ist.
Wenn wir nur heute wieder Staatslenker vom Format eines Schröder, eines Chirac hätten - und Putin wieder als einen vertrauten, verlässlichen Freund. Stattdessen ...
Schaut euch die Staaten um das Mittelmeer jetzt an. Vielleicht zuerst den früheren Hoffnungsträger Tunesien.
Und dann auch unsere EU - wie selbständig und emanzipiert wirkt sie nun?
Es gibt freilich eine lange Tradition, große Lebensleistungen herabzuwürdigen, indem man sie nach Fehlern absucht - und auch immer welche findet. Shakespeare, hat er überhaupt gelebt oder sich feige hinter einem Pseudonym versteckt? Goethe, hat er oder hat er nicht das Todesurteil gegen eine Kindsmöderin gebilligt? Er hat. Und Jefferson, Skandal, er hielt schwarze Sklaven. Washington, ich habe schon wieder vergessen, was er alles verbrochen hat. Ich mag nicht weitermachen, denn ich - ich weiß mich ohne Fehl.
Ähm, nein, nicht ohne jeden Fehl, aber doch ohne unentschuldbaren. Ich hab mich halt manchmal geirrt, das ist alles. Wenn ich dereinst vor Gott stehe, hoffe ich auf mehr Nachsicht, als Menschen zu gewähren bereit sind.

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